Ich denke eine Romanfigur und gieße ein bisschen Ich vor sie hin.
Ich denke uns an einen regenwolkengrauen Strand. Wir gehen nebeneinander gegen den Wind, so, wie ich es am liebsten mag, und ziehen eine Spur gelber Gummistiefelsohlenabdrücke hinter uns her. Meine Haare flackern im Wind, und ich denke das Geräusch von Zeltplanen in den Hintergrund, die sich aufbauschen und gegen das Aufspannen wehren. Die Romanfigur setzt ihre Kapuze auf. Ich denke sie nach meinem Wochenende fragen: „Freitag? Samstag? Sonntag?“ Sie spuckt mir die Tage entgegen. Sie redet nicht gern. Ich sage: „Romanfigur? Kennst du dieses Gefühl... dieses Gefühl... Fingerabdrücke auf den Gedanken eines anderen zu hinterlassen? Beim Gedankenlesen?“
„Ja“, sagt die Romanfigur.
„Und liest du auch“, frage ich, „in aufgeschlagenen Wohnungen wie in einem Tagebuch? Am Samstag –. Romanfigur?“
„Ja?“
„Du hörst doch zu?“
Ich denke ein paar Möwen schreien.
„Wenn es sein muss.“ Die Romanfigur ist stehen geblieben, weil ihr die immer länger werdende gelbe Gummistiefelspur im Sand zu schwer wird. Sie versucht stattdessen, sich eine Zigarette anzuzünden, was gar nicht so leicht ist, weil der Wind so stark geht.
„Es muss.“ Ich denke die Romanfigur ein bisschen aufmerksamer.
„Am Samstag“, sage ich beunruhigt, „hatte ich das Gefühl, unter seinem Geruch fast zu verschwinden.“
„Dieses Gefühl“, sagt die Romanfigur entschieden, „sollte man nicht haben. Erst recht nicht, wenn man du ist.“
Ich nicke erleichtert. „Später habe ich im Regennass eine zerkratzte Scheibe Musik gefunden –“
„Gut“, sagt die Romanfigur, „man sollte nie aufhören, Dinge zu finden. Erst recht nicht, wenn es regnet.“
„Stimmt.“ Ich nicke beruhigt.
„Zigarette?“, fragt die Romanfigur.
„Danke.“ Ich versuche, eine Romanzigarette anzuzünden, was gar nicht so leicht ist, weil der Wind so stark geht.
Die Romanfigur lächelt leise wissend in ihren gelben Gummistiefeln. Ich radiere sie aus.
„Ja“, sagt die Romanfigur.
„Und liest du auch“, frage ich, „in aufgeschlagenen Wohnungen wie in einem Tagebuch? Am Samstag –. Romanfigur?“
„Ja?“
„Du hörst doch zu?“
Ich denke ein paar Möwen schreien.
„Wenn es sein muss.“ Die Romanfigur ist stehen geblieben, weil ihr die immer länger werdende gelbe Gummistiefelspur im Sand zu schwer wird. Sie versucht stattdessen, sich eine Zigarette anzuzünden, was gar nicht so leicht ist, weil der Wind so stark geht.
„Es muss.“ Ich denke die Romanfigur ein bisschen aufmerksamer.
„Am Samstag“, sage ich beunruhigt, „hatte ich das Gefühl, unter seinem Geruch fast zu verschwinden.“
„Dieses Gefühl“, sagt die Romanfigur entschieden, „sollte man nicht haben. Erst recht nicht, wenn man du ist.“
Ich nicke erleichtert. „Später habe ich im Regennass eine zerkratzte Scheibe Musik gefunden –“
„Gut“, sagt die Romanfigur, „man sollte nie aufhören, Dinge zu finden. Erst recht nicht, wenn es regnet.“
„Stimmt.“ Ich nicke beruhigt.
„Zigarette?“, fragt die Romanfigur.
„Danke.“ Ich versuche, eine Romanzigarette anzuzünden, was gar nicht so leicht ist, weil der Wind so stark geht.
Die Romanfigur lächelt leise wissend in ihren gelben Gummistiefeln. Ich radiere sie aus.
thisandthat - 14. Apr, 03:53


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