Der Unterschied zwischen persönlich
Persönliche Dinge haben ziemlich viel mit Salatsauce gemeinsam: Manch einer hat, wenn er an Salat denkt, einen Haufen grüner Blätter mit ein bisschen Essig und Öl vor Augen. Ein Anderer stellt sich dasselbe Grünzeug unter Joghurt-Kräuter-Dressing vor.
Persönlich ist für manchen etwas, das er niemals weitererzählen würde, weil es nun mal niemanden etwas angeht. Aus diesem Grund läuft es schließlich in der Kategorie „persönlich“.
Für andere ist persönlich etwas, das zwar nicht jedem erzählt, mit manchem aber umso lieber geteilt wird, weil Vertrauensbeweis und weil manchen einfach gern erlaubt wird, einen zu kennen, von früher bis heute, links bis rechts.
Wenn sich nun ein Essig und Öl-Mensch und ein Joghurt-Kräuter-Dressing-Mensch über den Weg laufen und einer der beiden seinen Salat mit dem anderen teilen will, führt das zwangsläufig zu Ernüchterungen auf mindestens einer Seite: Der Essig-Öl-Mensch ist enttäuscht, weil er das Gefühl hat, der Kräuterdressing-Bevorzuger vertraue ihm nicht, und entwickelt seinerseits Hemmungen, dem Gegenüber die eigene Marinade anzubieten, weil er das Vertrauen-gegen-Vertrauen-Prinzip anwendet. Bietet er schließlich dem Kräuterdressigfetischisten doch eine Portion Essig-Öl an, welche aber nicht angenommen wird, fühlt sich der Essig-Öl-Salatesser, als habe man ihm ein selbstgebasteltes Weihnachtsgeschenk zurückgegeben.
Der Kräuterdressing-Liebhaber hingegen versteht nicht, warum der Essig-Öl-Mensch unbedingt etwas von seinem persönlichen Salatdressing haben will; allein die Frage danach erscheint ihm taktlos und unangemessen. Noch weniger kann er verstehen, dass dieser komische Kauz unbedingt seine Salatsauce mit ihm teilen möchte. Er will nichts mit fremden Salatsaucen zu tun haben, er ist der Meinung, fremde Salatsaucen gingen ihn nichts an. Er würde schließlich auch kein fremdes Tagebuch lesen.
"Solang die Menschen noch jung sind und die Partitur ihres Lebens erst bei den ersten Takten angelangt ist, können sie gemeinsam komponieren und Motive austauschen. Begegnen sie sich aber, wenn sie schon älter sind, ist die Komposition mehr oder weniger vollendet, und jedes Wort, jeder Gegenstand bedeutet in der Komposition des einzelnen etwas anderes", sagt Milan Kundera, der vielleicht auch einer ist, der mit Begeisterung zu viel nachdenkt und darum wieder einmal Recht hat.
Persönlich ist für manchen etwas, das er niemals weitererzählen würde, weil es nun mal niemanden etwas angeht. Aus diesem Grund läuft es schließlich in der Kategorie „persönlich“.
Für andere ist persönlich etwas, das zwar nicht jedem erzählt, mit manchem aber umso lieber geteilt wird, weil Vertrauensbeweis und weil manchen einfach gern erlaubt wird, einen zu kennen, von früher bis heute, links bis rechts.
Wenn sich nun ein Essig und Öl-Mensch und ein Joghurt-Kräuter-Dressing-Mensch über den Weg laufen und einer der beiden seinen Salat mit dem anderen teilen will, führt das zwangsläufig zu Ernüchterungen auf mindestens einer Seite: Der Essig-Öl-Mensch ist enttäuscht, weil er das Gefühl hat, der Kräuterdressing-Bevorzuger vertraue ihm nicht, und entwickelt seinerseits Hemmungen, dem Gegenüber die eigene Marinade anzubieten, weil er das Vertrauen-gegen-Vertrauen-Prinzip anwendet. Bietet er schließlich dem Kräuterdressigfetischisten doch eine Portion Essig-Öl an, welche aber nicht angenommen wird, fühlt sich der Essig-Öl-Salatesser, als habe man ihm ein selbstgebasteltes Weihnachtsgeschenk zurückgegeben.
Der Kräuterdressing-Liebhaber hingegen versteht nicht, warum der Essig-Öl-Mensch unbedingt etwas von seinem persönlichen Salatdressing haben will; allein die Frage danach erscheint ihm taktlos und unangemessen. Noch weniger kann er verstehen, dass dieser komische Kauz unbedingt seine Salatsauce mit ihm teilen möchte. Er will nichts mit fremden Salatsaucen zu tun haben, er ist der Meinung, fremde Salatsaucen gingen ihn nichts an. Er würde schließlich auch kein fremdes Tagebuch lesen.
"Solang die Menschen noch jung sind und die Partitur ihres Lebens erst bei den ersten Takten angelangt ist, können sie gemeinsam komponieren und Motive austauschen. Begegnen sie sich aber, wenn sie schon älter sind, ist die Komposition mehr oder weniger vollendet, und jedes Wort, jeder Gegenstand bedeutet in der Komposition des einzelnen etwas anderes", sagt Milan Kundera, der vielleicht auch einer ist, der mit Begeisterung zu viel nachdenkt und darum wieder einmal Recht hat.
thisandthat - 21. Sep, 17:39


ich bin weder-noch-bevorzuger.
lässt das gar aufs alter schliessen? oder auch auf die unaufgeregtheit des sein im jung gebliebenen kopf? ;o)
ob sich sowas mit dem alter ändert? hm, glaub ich eher nicht. aber vielleicht mit den erfahrungen?
ja, die erfahrungen.
was gut für einen ist, ist ihm jedoch noch lange nicht immer gleich selbst bekannt. also führt relative offenheit zu neuen grundlagen der persönlichen entwicklung in den eigenen verhaltensweisen.
eine "grenzziehung" geschieht fast immer auch unbewusst (geruch, wesen, aura usw.), weshalb man es nicht allein auf den geschmack abwälzen dürfte.
schwieriges feld, dat...
intuitiv ist wichtig.
das unterbewusstsein kann auch ich nicht definieren, aber es steuert zumindest elementar unsere empfindungen (gepaart mit den erfahrungen), welche uns zu diesem einzigartigen merkmal der persönlichkeit machen. wenn bspw. sahne-yoghurt (tierisch) zu einer möglichen negativ-assoziation geführt haben könnte, dann bleibt selbiger ausnahmslos beim rein "pflanzlichen Öl-Kräuter-Rhythmus". und daran liesse sich dann auch nichts ändern (veganer nur als beispiel, welcher vielleicht auch wesentlich persönlicher auf sich selbst bzw. andere reagiert).
insofern stellt uns unsere intuition einen/den weg bereit...
mich würde aber interessieren, ob ich, indem ich menschen, die ich auf den ersten blick unsympahtisch finde, aus dem weg gehe, interessante begegnungen versäume oder negative erfahrungen vermeide...
oki.
die frage, ob man interessante begegnungen versäumen könnte (oder auch nur negative erfahrungen damit vermeidet), hängt von den komplexen umständen ab, welche du für dich ja aus deinem erfahrungsschatz her erkennen müsstest - eine klarheit bezüglich einer doch-annäherung (und dem damit verbundenen eventuellen "verschätzer") oder der generellen ablehnung findet nur dein unterbewusstes ego selbst, welches sich mit dem bewusstsein und deinem bauchgefühl kurzschliesst.
was hält dich davon ab, diese 'asympahtien' zu ergründen, wenn sich manchmal doch tatsächlich dabei herausstellen sollte, dass genau dieser mensch nun doch nicht unsympahtisch ist, sondern diese antipathie nur eine frühere, abrufbare projektion des bewusstseins von dir selbst gewesen sein könnte, die nicht der real bewussten logik der erkenntnis entspränge?
passiert mir selbst wahrlich nicht oft, aber manchmal eben doch, dass dem genauso war & ich mich tatsächlich geirrt hatte... :o)
allerdings hab ich auch schon ab und zu einen menschen im ersten moment für unsympathisch gehalten, weil mich z.b. seine stimme an jemanden erinnert hat, mit dem ich nicht klarkomme, wobei ich später aber herausgefunden habe, dass die person durchaus interessant und nett war.
genauso kann man wohl auch auf jemanden hereinfallen, der sich gut darzustellen weiß, während er in wirklichkeit das genaue gegenteil einer liebenswürdigen person ist...
das geheimnis der menschenkenntnis lautet wohl: zuhören, beobachten und kennenlernen, und zwar möglichst vorurteilsfrei. dann erst entscheiden.
gut gesagt.
hast bemerkt, dass ich erst abschätze, dann beurteile - und nicht umgekehrt? und dass ich erst zugeknöpft bin, dann mich erst öffne (wenn's sinn ergibt)?
ich glaube, ich bin kein typ, der so schnell auf 'schönquatscher' hereinfällt, dass es ihm letztlich sogar noch seine seele zerbersten könnte. denn das wäre fatal... *g*
was das online-kennenlernen betrifft, ist das ganze wahrscheinlich noch viel schwieriger als wenn man jemandem persönlich gegenüber steht. trotzdem hat man früher oder später ein bild von den personen, mit denen man zu tun hat (z.b. indem man blogs liest und beiträge diskutiert), und bei vielen online-bekanntschaften wäre ich neugierig, ob sie im "wirklichen leben" so sind, wie ich sie einschätzte / wie sie zu sein vorgeben...
stimmt irgendwie...
ich glaube, selbst bei bloggern eine gewisse authentizität herausspüren zu können, wenn sie auch authentisch sind. und das ist wiederum die gabe, die man - wie oben besprochen - hat oder noch nicht hat, weil die gemachten erfahrungswerte im erkennen eine grosse rolle spielen...
so, ich esse jetzt meinen selbstgemachten gurkensalat - mit öl und apfelessig, kräutern und knobi. :o)
ich habe ein paar blogger auch schon persönlich kennen gelernt und festgestellt, dass diese wirklich ziemlich genau die menschen waren, für die ich sie gehalten habe.
die "unechten" (und "everybody's darlings") sind wohl die, die sich nicht unter menschen wagen...
danke.
die "everybody's darlings" sind die, welche zumeist mit allen erdenklichen mitteln im mittelpunkt eines jeden ereignisses stehen müssen. und die anderen kenne ich eigentlich überhaupt nicht, weil ich ja deren blogs nicht lese (und es daher nicht beurteilen kann). aber ich selbst bin auch eher ein sehr zurückhaltender zeitgenosse, weshalb ich mich aber nicht als unecht sehen würde. - scheint also wohl ne pauschalisierung zu sein, oder? ;o)
(ich hätte mich übrigens auch gern gemeldet, aber wien ist grad viel zu weit für mein portemonnaie *g*)
(somit halte ich dich natürlich nicht für "unecht";-)
das treffen wird sicher irgendwann wiederholt - vielleicht, falls du gerade zeit und lust auf einen ausflug hast, wagst du dich dann ja auch ins land der mannerschnitte ;-)